Europameisterschaft 2001
Philippsburg, D

IPSC-Europameister 2001

Bei schönem Wetter reisten wir am Samstag den 18.08.2001 nach Philippsburg und bezogen im nahen Neulußheim unser Quartier.

Die Zimmereinteilung machte keine großen Schwierigkeiten und so stand einem ruhigen Abend nichts mehr im Wege.

Am nächsten Vormittag besuchten wir den Schießplatz um uns Anzumelden und anschließend einen Badesee zur Abkühlung.

Um 18.30h begann die Eröffnungsfeier und die Österreicher führten die europäischen Nationen in die Arena.
Nach den Ansprachen wurde traditionell mit dem Kanonenschlag die EM eröffnet.
Der anschließende Imbiss reichte nicht für alle und so fanden wir uns bald im Quartier ein um für den ersten Schießtag vorbereitet zu sein.

Am ersten Morgen empfing uns der Schießplatz mit leichtem Regen und drückender Schwüle. Der Sandboden war vom nächtlichen Regen feucht und war somit gut zu begehen.
Das Wetter besserte sich und auch meine Zeiten wurden immer schneller. Bis zur letzten Übung des Tages war ich ohne Fehler geblieben, ausgerechnet die letzte Übung bescherte mir einen Fehlschuß
Die anderen Teammitglieder konnten teilweise meine Zeiten schießen, jedoch waren die Treffer meist schlechter. Anita hatte bereits mit einer Störung das Match begonnen und konnte den ganzen Tag nicht so recht in Fahrt kommen. Beim Aufholen waren dann doch nicht immer alle Treffer auf den Scheiben. Margit schoß nicht ganz so schnell, hatte aber gute Treffer und keine Fehler. Burgi hielt brav mit und war auch gut im Rennen.
Der zweite Tag begann mit Sonnenschein und einem Fehlschuß! Mist! Obwohl ich völlig sicher wahr das beide Schüsse auf der Pendelscheibe waren. Bereits der zweite Miss und Margit schoß immer noch wie ein Uhrwerk, nicht zu schnell aber ohne Fehler. Die beiden folgenden Matches schoß ich auf Treffer um wieder an Sicherheit zu gewinnen. Nach der Mittagspause gelang mir ein super Run und das Selbstvertrauen war wieder da. Bei Anita ging es wie am ersten Tag. Burgi schoß überaschend gut mit und lag in der internen Wertung überaschend auf dem 3. Platz.

Der dritte Tag war frei und so konnten wir die Umgebung besichtigen. Wir besuchten das nahegelegene Sinnsheim Technik-Museum und das angeschlossene 3D I-MAX Kino.
Der Abend wurde für erste Berechnungen benutzt und Roland errechnete, trotz meiner Fehlschüsse, einen Vorsprung von 35 Punkten auf Margit. Ich konnte es kaum glauben.

Mit dem Wissen bereits einen Vorsprung erreicht zu haben schoß ich am vierten Tag ohne Fehler und Margit mußte das erste Mal einen Fehlschuß einstecken. Damit wuchs mein Vorsprung an obwohl ich keine Superzeiten geschossen hatte. Burgi machte ihre Medaillen- chancen mit 4 Miss beim letzten Stage zunichte. An diesem Tag mußten wir alle langen Stages absolvieren und die größten und längsten am Schluß. Es war der härteste Tag der EM. Bis zu 36 Grad und seit 8,30h wird geschossen. Es ist bereits knapp 20.00h als wir den Schießplatz verlassen.

Das Wetter hällt auch am fünften Tag und bei leichtem Nebeldunst (verursacht durch das nahegelegene Atomkraftwerk) schieße ich am Morgen meinen obligatorischen Miss auf eine Pendelscheibe. Wird der Vorschprung noch reichen? Margit legt einen Zahn zu, muß dafür aber auch schlechtere Treffer in Kauf nehmen. Anita weis bereits daß sie um den Titel nicht mehr mitkämpft und beschränkt sich darauf nicht hinter Burgi abzurutschen. Für die letzte Stage gibt es von Roland noch ein paar Tipps und dann ist es geschafft. Mit einer Super Zeit und 3 Charlies ist das Unmögliche eingetreten.

Dreimal hintereinander
IPSC-Europameister Open Lady.
Roland kam sofort gratulieren aber ich wollte es noch nicht glauben. Wie liegen die Spanierinnen? Wo ist die schnelle Finnin? Hat die Schwedin gut geschossen? Lauter Ungewissheiten welche mich nicht recht an den Sieg glauben liesen.

Am Abend ist es Gewissheit. Die Rechnung der letzten 3 Tage hat einen Vorsprung von 40 Punkten ergeben und der letzte Tag ist sehr gut gelaufen. Langsam kann ich das Geschehen realisieren. Freude kommt in mir auf und ich könnte die ganze Welt umarmen.

Im Shoot off bin ich bereits mit den Gedanken bei der Siegerehrung. Daher schieße ich im Finale gegen Margit zuerst den Schlußpopper obwohl noch ein anderer steht. Macht nichts. Margit freut sich über den Sieg im Shootoff und wir haben der Welt gezeigt daß mit den Damen aus Österreich nicht zu spaßen ist.
Die Siegerehrung findet in der bekannten Stadt Speyer statt. (Bekannt durch ihren alten Dom.) Im Festzelt wird fest geschwitzt und viel geredet. Endlich, das Buffet ist eröffnet. Ich habe aber gar keinen richtigen Hunger.
Endlich die Preisverleihung.
Die österr. Damen belegen die ersten vier Ränge und zeigen der Welt, wer die IPSC Hausmacht in Europa ist.
Ich bedanke mich bei meiner Squad und bei Burgi und Nicole, welche auch eine super Leistung gebracht haben.
Herzlichen Dank auch an Michael der uns gut gecoacht hat.


 

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